LACHTHEATER
Zum ‘Lachtheater’ können wir jene Untergattungen der Komödie zählen, die es vor allem auf populäre Unterhaltung abgesehen haben: Posse, Schwank und Operette.
An diesen bühnenwirksamen Gattungen lässt sich besonders gut beobachten, wie literarische Komik funktioniert. Im ‘Lachtheater’ werden die ‘dramatis personae’ von vornherein der ‘Lächerlichkeit’ preisgegeben. Mittels Jux, Ulk, Klamauk, Groteske oder ‘Karikatur’ werden abschreckende Mitbürger zuerst vorgeführt, lachhaft gemacht und dann ihrer gerechten Strafe zugeführt. Ob Situationskomik oder Sprachkomik, ob Charakterkomik oder Typenkomik, Hanswurstiade oder Satire: das wichtigste Wirkungsziel dieser Theaterform ist das schenkelklopfende Lachen der Zuschauer.
Dieses textanalytische Proseminar ist aber nicht allein auf Lacherfolge erpicht, sondern soll den Besuchern auch eine Einübung in die Dramenanalyse ermöglichen. Zu diesem Zweck werden wir uns u. a. drei Komödien genauer ansehen: August von Kotzebues „Die deutschen Kleinstädter" (1803), Johann Nestroys „Der Talisman" (1840) und Ernst Elias Niebergalls „Datterich" (1841). Die Übernahme eines Referats ist Voraussetzung für die Teilnahme.
Literatur: Volker Klotz: Bürgerliches
Lachtheater. Komödie - Posse - Schwank - Operette. Reinbek b. Hamburg 1987 (=
rowohlts enzyklopädie, 00451). - Harald Fricke / Rüdiger Zymner: Einübung in die
Literaturwissenschaft: Parodieren geht über Studieren. 3., nochm. durchges.
Aufl. Paderborn 1996 (= UTB 1616). - August v. Kotzebue: Die deutschen
Kleinstädter. Ein Lustspiel. (= RUB 90). - Johann Nestroy: Der Talisman: Posse
mit Gesang. (= RUB 3374). - Ernst E. Niebergall: Datterich. Des Burschen
Heimkehr. (= RUB 9776).