DIE ERZÄHLUNGEN HEINRICH V. KLEISTS
Heinrich v. Kleist gilt als Klassiker der Erzählkunst. Es lohnt sich also, die Erzählungen dieses Meisters des Genres eingehender
ins Auge zu fassen. Das Proseminar führt anhand der wichtigsten Erzähltexte von Kleist in die Terminologien und Techniken der Erzählanalyse
ein (Erzählerrede, Figurenrede, Fokalisierung, Erlebte Rede, Erzählzeit bzw. Erzählte Zeit, Dehnung, Raffung etc.).
Das Seminar bietet zudem eine Einführung in die Geschichte und den aktuellen Stand der Erzähltheorie (von Lämmert über Stanzel bis hin zu Barthes, Genette, Greimas u.a.). Als Textgrundlage dienen u.a. die Erzählungen
"Michael Kohlhaas", "Das Erdbeben von Chili", "Die Marquise von O...", "Der Zweikampf", "Die Verlobung in St. Domingo", "Das Bettelweib von Locarno" und "Die heilige Cäcilie und die Gewalt der Musik". Zur Anschaffung empfohlene Literatur:
Heinrich von Kleist: Sämtliche Erzählungen und andere Prosa. Stuttgart 2004 (= RUB, 8232); Sabine Doering: Heinrich von Kleist. Stuttgart 1996 (= RUB, 15209); Matías Martínez u. Michael Scheffel: Einführung in die Erzähltheorie. 6. Aufl. München 2005; Harald Fricke u. Rüdiger Zymner:
Einübung in die Literaturwissenschaft: Parodieren geht über Studieren. 4., korr. Aufl. Paderborn 2000 (= UTB 1616);
Weiterführende Literatur (Empfehlungen):
- Hans-Jürgen Schrader: Spuren Gottes in den Trümmern der Welt: zur Bedeutung biblischer Bilder in Kleists 'Erdbeben'. In: Kleist-Jahrbuch 1991, S. 34-52.
- Hans Zeller: Kleists Novellen vor dem Hintergrund der Erzählnormen. Nichterfüllte Voraussetzungen ihrer Interpretation. In: Kleist-Jahrbuch 1994, S. 83-103.
- Thomas Mann: Heinrich von Kleist und seine Erzählungen. Zu einer amerikanischen Ausgabe. In: Ders.: Nachlese. Prosa 1951-1955. Frankfurt a.M. 1956, S. 9-28 (= Stockholmer Gesamtausgabe der Werke).
- Wolfgang Kayser: Kleist als Erzähler. In: Ders.: Die Vortragsreise. Studien zur Literatur. Bern 1958, S. 169-183.
- Anett Luetteken: Heinrich von Kleist - Eine Dichterrenaissance. Tübingen 2005 (= Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur, 96).