Vorlesung: Bertolt Brechts Medientexte
Die Textwissenschaft setzt sich eine interdisziplinäre (linguistische, literatur-wissenschaftliche, pragmatisch-wirkungsästhetische, semiotische, soziologische und kulturwissenschaftliche) Betrachtung von Texten in ihrem jeweiligen Gebrauchskontext zum Ziel. Die Schwerpunkte der textwissenschaftlichen Analyse liegen auf den Gebieten der Stilistik, der Rhetorik, der Argumentation und der Wirkungsforschung. Sie beruft sich dabei auf einen erweiterten Textbegriff, der auch im semiotischen Sinne Gebrauchstexte (Filmskripte, Programmhefte u.a.) oder Medientexte (Tonaufnahmen, Bildbände, Zeitungsartikel u.a.) einbezieht.
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Grundfragen der Textwissenschaft (Textproduktion, Leserforschung, Kanonbildung, Mediengebrauch) anhand von Bertolt Brechts programmatischen Texten zur Medienpraxis und anhand von Texten, die er für spezifische Medien verfasst hat (u.a. Radiotexte, Theatertexte, Hörspiele, Filmskripte, Reden). Die Vorlesung erlaubt also auch den Einblick in die Medienpraxis eines prominenten Autors, in seine Vorstellungen von der Medienarbeit und in seine Gedanken über die Wirkungsmöglichkeiten von Texten in unterschiedlichen Medien.
Zur Einführung empfohlene Literatur: Doris Bachmann-Medick (Hg.): Kultur als Text. Die anthropologische Wende in der Literaturwissenschaft. Frankfurt am Main 1996. – Heinrich F. Plett: Textwissenschaft und Textanalyse: Semiotik, Linguistik, Rhetorik. 2., verb. Aufl. Heidelberg 1979 – Helmut Tervooren (Hg.): Philologie als Textwissenschaft: alte und neue Horizonte. Berlin 1997.