Chaucer an seine leere Börse.
Geliebte, der keine Geliebte mehr gleicht,
Ach, Liebe, wie bist Du so leer,
Wie bist Du so winzig und jämmerlich leicht!
Das macht mir das Leben so schwer;
Und lieber schon wär' ich zur Bahre gebleicht;
Erbarme Dich meiner und sei wieder schwer,
Sonst leb' ich nicht mehr.
Erklinge mir wieder mit himmlischem Ton
Und zeige den strahlenden Glanz,
Der, ach, nun schon lange Dein Antlitz geflohn,
Zum Troste mir wiederum ganz.
Nur Du bist mir Leben und Leitung und Lohn;
Du liebliche Trösterin, sei wieder schwer,
Sonst leb' ich nicht mehr.
Geliebteste Börse, mein einziges Licht,
Du einzige Retterin hier,
Hilf jetzt nur mit lächelndem Sonnengesicht
Aus dieser Verlegenheit mir!
Geschoren bin ich wie vom Kloster ein Wicht.
Erbarme Dich meiner und sei wieder schwer,
Sonst leb' ich nicht mehr.
PPW, Bd. 5, S. 229.