Der Pass

 

Wenn wir am Rand des Lebens stehen,

Und alles, was die Erde hält,

Rund um uns her zusammen fällt,

Wenn Kronen mit dem Bettelstab vergehen;

 

Wenn Herrn von weiten weiten Reichen,

Die gestern noch mit ihrer Riesenhand

Den Orient und Okzident umspannt,

Heut ihren letzten Sklaven gleichen;

 

Wenn eitler Weisheit Dunst zerstäubt,

Und von den Hypothesenkrücken,

Der größten Köpfe Meisterstücken,

Kaum noch ein Splitter übrig bleibt;

 

Wenn heilge heilge Dunkelheit

Des Sinnes Ohnmacht schwer umhüllet,

Und Ein Gedanke nur die Seele füllet,

An Gott und Nichts und Ewigkeit:

 

Dann, dann ist Eine gute Tat,

Im Sinn des Testaments getan,

Ein beßrer Paß zur unbekannten Bahn,

Als aller Pfarrer Attestat.