Nach dem Regen.

 

Es hatten die Raben geächzet,

Es hatten die Fluren gelechzet,

Der Pflüger zog traurig vorbei;

Der Regen war niedergesunken,

Es hatte nun Alles getrunken,

Und Alles war fröhlich und frei.

 

Der Schmelz der erfreulichen Saaten,

Als wären sie nun schon gerathen,

Entzückte das Auge mit Lust;

Die Blüthe der herrlichen Pfirsche,

Des röthlichen Apfels, der Kirsche,

Erweiterte heilend die Brust.

 

Der Furcher mit seinen Genossen,

Den muthigen, wiehernden Rossen,

Verdoppelt den Schritt im Gesang;

Die ehrlichen, häuslichen Stiere,

Als wären's vernünftige Thiere,

Gehn stolz den beschwerlichen Gang.

 

Die Gärtner mit Rechen und Kannen

Besehen die Pflanzung der Tannen;

Es hat sie der Himmel getränkt,

Und, wie den verdursteten Fluren,

Hat Gott den bessern Naturen

Zum Mai noch ein fröhliches Antlitz geschenkt.

 

 


PPW, Bd. V, S. 185